Die streifenköpfige Bartagame (Pogona vitticeps) – Bartagamen Haltung

Hier erfährst Du alles über die Bartagamen Haltung, vom richtigen Terrarium über die Pflege, Ernährung und Winterruhe bis zur Zucht.

 

Bartagme Haltung

Bartagame Haltung
Quelle: User self-made – Lizenz: CC BY-SA 3.0

Größe: Ø 25cm Kopf-Rumpflänge & 30cm Schwanzlänge

Verbreitung: östliches Zentral-Australien

 halbtrockene & Trockenwälder mit viel Sonneneinstrahlung

 

 

Allgemein

Die streifenköpfige Bartagame ist die in der Terraristik am weitesten verbreitete Art. Die Wildform hat eine graue, graubraune, hell- oder dunkelbraune Grundfärbung. Auch in der Natur gibt es Tiere mit roter oder gelber Färbung, diese ist aber bei weitem nicht so intensiv wie die der Zuchtformen.

Bartagamen werden oft als leicht zu haltende Anfängertiere bezeichnet, das kann ich nur teilweise unterstreichen. Zwar sind die benötigten Haltungsparameter nicht schwer herzustellen, allerdings brauchen die Tiere aufgrund ihrer Größe auch dementsprechend große Terrarien die einen recht hohen Stromverbrauch haben. Bartagamen Haltung

 

Lebensweise

P. vitticeps sind, wie alle Reptilien, wechselwarme Tiere. Sie sind also zur Regulierung ihrer Körpertemperatur auf die Umgebungstemperatur angewiesen.

Um ihren Körper auf Temperatur zu bringen suchen sie Plätze mit hoher Sonneneinstrahlung auf. Haben sie sich aufgewärmt nimmt ihre Aktivität zu und sie beginnen zu jagen, fressen und miteinander zu interagieren. Sinkt dabei ihre Körpertemperatur unter einen gewissen Wert, suchen sie erneut einen Sonnenplatz auf.

Wird es den Tieren zu heiß suchen sie schattige Plätze auf und hecheln mit aufgerissenem Maul.

Im Gegensatz zu anderen Reptilienarten interagieren P. vitticeps auf sehr vielfältige Weise mit ihren Artgenossen. Um Konkurrenten zu drohen oder Weibchen zu imponieren spreizen sie ihren Bart ab, der sich dann dunkel färbt und nicken dabei mit dem Kopf. Unterlegene Tiere reagieren darauf ebenfalls mit einem Kopfnicken und ziehen sich zurück  oder versuchen mit einem auffälligen winken mit den Vorderbeinen das andere Tier zu beschwichtigen. Gelingt dies nicht kommt es zum Kampf bei dem die Tiere ihre Körper abflachen um größer zu wirken. Sie versuchen den Gegner an der Schwanzwurzel zu packen und ihn durch zu schütteln.

Aufgrund dieses ausgeprägten Territorialverhaltens ist die gemeinsame Haltung mehrerer Männchen nicht möglich.

P. vitticeps bevorzugt erhöhte Plätze wie Steine, Baumstümpfe oder auch Zaunpfosten als Ruheplätze. Diese nutzen sie auch für die Lauer- bzw. Ansitzjagd. Sie verharren auf ihnen und warten bis Beute vorbei kommt die sie dann überwältigen.

Sie ernähren sich omnivor, also sowohl von tierischer wie auch von pflanzlicher Kost. Dabei verändert sich das Verhältnis im Laufe ihrer Entwicklung. Jungtiere bevorzugen proteinreiche tierische Kost die sie zu etwa 80% zu sich nehmen, während bei adulten Tieren pflanzliche Bestandteile 80% der Ernährung ausmachen.

Im Winter wenn die Temperaturen unter 20°C fallen, ziehen sie sich an einen geschützten Ort zurück und halten eine 2 monatige Winterruhe.

 

P.vitticeps kaufen

Siehe dieser Artikel

Bartagamen Haltung

Bartagamen Haltung im Terrarium

Überlegungen zur Bartagamen Haltung

Bartagamen gehören, meiner Meinung nach, zu den Tieren die am häufigsten falsch gehalten werden. Am deutlichsten zeigt das die durchschnittliche Lebenserwartung der Tiere in der Natur und im Terrarium. In der Natur beträgt die Lebenserwartung zwischen 15 und 20 Jahren, während sie im Terrarium im Durchschnitt 10 Jahre beträgt. Dabei ist es normalerweise so, dass Tiere in Gefangenschaft eine höhere Lebenserwartung haben, da sie mit allem was sie zum überleben brauchen versorgt werden, vor Umwelteinflüssen geschützt sind und natürliche Feinde zur Gänze fehlen.

Natürlich muss man hier auch bedenken, dass P. vitticeps nur einen begrenzten Genpool hat der aufgrund der Ausfuhrbeschränkungen Australiens nicht aufgefrischt werden kann und die selektive Zucht nach Farbschlägen sich sicher auch negativ auswirkt. Trotzdem sprechen wir von einer um 25%-50% verringerten Lebenserwartung, die wohl nicht nur auf genetische Faktoren zurückgeführt werden sollte. Bartagamen Haltung

Wenn Du überlegst P. vitticeps (oder andere Tiere) zu halten, solltest Du dich zuerst umfassend über die Lebensweise und Ansprüche informieren und Dir ernsthafte Gedanken darüber machen, ob Du diese auch erfüllen kannst damit die gehaltenen Tiere auch in Gefangenschaft ein artgerechtes Leben führen können.

 

Wie groß sollte das Terrarium sein

Bei der Anschaffung von Jungtieren ist es wichtig, dass das Terrarium mit den Tieren mitwächst. Dazu kannst Du entweder das Endterrarium entsprechen abgeteilt werden  oder Dir ein Aufzuchtterrarium kaufen/ bauen.

Das Terrarium an die Größe der Tiere anzupassen ist wichtig, damit Du dir zum einen die Aufzucht erleichterst und zum anderen die Tiere Futter finden.

Als Aufzuchtterrarium für Schlüpflinge kannst Du die ersten 3-4 Monate ein Terrarium mit Länge x Breit x Höhe von ca. 80x50x50cm verwenden.

Hier gehts zum 80x50x50cm Holzterrarium

Für subadulte Tiere bis etwa 8 Monaten ein 120x60x60cm Terrarium.

Hier gehts zum 120x60x60cm Holzterrarium

Bei einem Holzterrarium mit 120x60x60 ist es recht einfach es mit einer Holzplatte auf 80x60x60cm abzuteilen. So brauchst  Du nur 2 Terrarien zu kaufen/ bauen.

Als Endterrarium für 1 Männchen und 2 Weibchen oder 2-3 Weibchen sollte das Terrarium 200x100x100cm groß sein. Das ist um einiges größer als es im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) vorgeschrieben ist, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Tiere diesen Platz einfach brauchen um sich aus dem Weg zu gehen und ihr natürliches Verhalten voll ausleben zu können.

 

Der richtige Bodengrund

Als Bodengrund eignet sich Wüstensand mit einem Lehmanteil der ihn grabfähig macht am besten.

Bei mir hat sich keines der bereits fertig abgemischten Produkte wirklich  bewährt. Du am besten  Sand und Lehm einzeln kaufen und  im Verhältnis 1:5-10 selbst abmischen. Beim Mischverhältnis kommt es auf die Qualität des Lehmpulvers an.

Wichtig! Verwende keinen Bausand! Dieser ist sehr scharfkantig und kann beim graben oder verschlucken zu Verletzungen führen.

Hier erfährst Du mehr zum Thema Bodengrund

Am besten schüttest Du den Bodengrund im ganzen Terrarium 20cm hoch auf damit die Tiere nach Lust und Laune graben können. Ist das aufgrund einer zu niedrigen Blende bei gekauften Terrarien nicht möglich, kannst Du ihn nach hinten ansteigend aufschütten.

Den Bodengrund solltest Du, je nach Verschmutzung oder wenn Du bemerkst, dass er unangenehm zu riechen beginnt austauschen. Hier gilt, je mehr Bodengrund im Terrarium ist, desto größer sind die Wechselintervalle.

 

Wie sollte das Terrarium eingerichtet sein

Um den Tieren einen natürlichen Lebensraum zu bieten solltest Du es 3-Dimensional aufbauen und einrichten.

Als Rückwand hat sich bei mir eine der Marke Eigenbau aus Styropor, überzogen mit Fliesenkleber und mit Epoxidharz versiegelt bewährt. Achte beim Bau der Rückwand darauf zusätzliche Lauf- & Liegeflächen in ausreichender Größe einzubauen. Groß genug sind die Flächen dann, wenn die Tiere auf ihnen liegen können ohne sich an etwas festklammern zu müssen. Um Dir die Reinigung zu erleichtern solltest Du an den Rändern der Flächen Erhöhungen von 2-3cm einplanen, damit Du auf den Plattformen Bodengrund aufbringen kannst. So ist es leichter anfallenden Kot zu entfernen.

Die Laufflächen auf der Rückwand sorgen für die, bei P. vitticeps so beliebten, erhöhten Plätze.

Zusätzlich solltest Du noch große Äste und Felsimitate nutzen um das Terrarium zu strukturieren. Achte dabei darauf, dass die Gegenstände am Terrarienboden, nicht auf dem Bodengrund stehen damit die Tiere sie nicht untergraben können. Außerdem sollten alle Gegenstände so befestigt werden, dass sie nicht umfallen können.

Echtpflanzen für Trockenterrarien sind, meiner Erfahrung nach, recht schwer zu realisieren da die meisten angebotenen Pflanzen, die mit den trockenen Bedingungen zurechtkommen, meist auch Stacheln haben. Davon solltest Du auf jeden Fall die Finger lassen, da sich die Tiere verletzen können. Steppengräser sind ebenfalls eine Option, werden aber mit großer Wahrscheinlichkeit von P. vitticeps gefressen.

 

Rückzugsmöglichkeiten

Damit P.vitticeps sich gerade am Anfang sicher im Terrarium fühlt, musst Du für ausreichend Rückzugsmöglichkeiten sorgen.

Das sind zum Beispiel Höhlen bzw. Verstecke in die sich die Tiere zurück ziehen können aber auch andere Bereiche im Terrarium, die zwar nicht komplett geschlossen sind wie ein Versteck, aber den Tieren trotzdem in gewissem Maße Schutz und Deckung bieten. Das kann ein Bereich hinter einem Felsaufbau sein hinter dem sich das Tier zurück ziehen kann  oder auch ein schattiger Bereich unter einer Plattform der Rückwand. Wichtig dabei ist, dass Du diese Bereiche nicht von außen einsehen kannst und die Tiere sich nicht ständig beobachtet fühlen. Bei eingewöhnten Tieren wird es sie nicht stören wenn Du dich im Sichtbereich des Terrariums aufhältst, hast Du aber z.B. Besuch, kann das die Tiere sehr wohl stören oder auch verschrecken.

Achte auch darauf, dass Dein Besuch nicht voller Begeisterung vor das Terrarium stürmt um die Tiere zu begutachten.

 

Wasser & Futterschale

Die Wasserschale sollte groß genug sein, dass die Tiere ein Bad nehmen können, wenn sie es möchten. Dabei darf der Rand aber nur so hoch sein, dass sie die Schale leicht verlassen können.

Hier findest Du eine Wasserschale für adulte Bartagamen

Die Schale muss so aufgestellt sein, dass die Tiere sie nicht untergraben können. Die Plattformen der Rückwand eignen sich dafür gut. Du kannst Dir aber auch eine Holzkonstruktion aus Platten und Stehern bauen, bei der die Steher so hoch sind wie der Bodengrund, auf die Du die Wasserschale stellst.

Für die Futterschale gilt in punkto untergraben das Gleiche. Aufstellen solltest Du sie nicht in unmittelbarer Nähe zu den Spotstrahlern, da die Futterpflanze dort schneller austrocknen.

Hier findest Du eine Futterschale für adulte Bartagamen

Das richtige Klima schaffen

Bei der Temperatur musst Du ein Gefälle schaffen, dass sich die Tiere sowohl aufwärmen wie auch abkühlen können.

Der wärmste Punkt sollte zwischen 40 – 45°C liegen und der kühlste Punkt im Terrarium sollte 20°C nicht unterschreiten.

In der Nacht ist eine übliche Zimmertemperatur zwischen 20°C und 23°C ok, wenn das Terrarium in einem kühlen Raum steht in der Die Temperatur unter 20°C fällt empfehle ich Dir ein Heatpanel das über ein Thermostat gesteuert wird.

Die Luftfeuchtigkeit unter Tags sollte zwischen 30-40% liegen. Diesen Wert hast Du im Normalfall aufgrund der Temperatur von selbst.

Nachts kann die Luftfeuchtigkeit auf bis zu 60% ansteigen. Das erreichst Du in dem Du das Terrarium abends mit warmem Wasser übersprühst. Dafür nutzt Du am besten einen Drucksprüher.

Wichtig! Du solltest Temperatur & Luftfeuchtigkeit immer an mehreren Punkten im Terrarium messen, da Du ja mehrere Temperaturzonen einrichten musst.

Anmerkung: Bei den angebotenen Messgeräten, egal ob analog oder digital, treten immer wieder Abweichungen bei Messungen an der gleichen Stelle auf. Es gibt zwar sehr wohl genaue Messgeräte, allerdings nicht für kleines Geld. Ich empfehle Dir, ein gutes und geeichtes Gerät zu kaufen und damit immer wieder die Werte der angebrachten Geräte zu überprüfen.

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Die richtige Beleuchtung

Wie alle Reptilien braucht auch P. vitticeps UVB-Strahlung um daraus im Körper Vitamin D zu produzieren. Du brauchst also unbedingt eine Lampe im Terrarium die UVB-Strahlung abgibt.

Achtung!! Die abgegebene UV-Strahlung nimmt mit der Zeit ab, UV-Leuchtmittel müssen also in regelmäßigen Abständen getauscht werden, auch wenn sie noch funktionieren. Bei den meisten Lampen gibt der Hersteller 6 Monate an.

Am besten hat sich für die Beleuchtung und das Temperaturgefälle eine Kombination aus Metalldampflampe und T5 Leuchtstoffröhren bewährt.

Die Metalldampflampe gibt sowohl Wärme wie auch UVB-Strahlung ab und ist bestens geeignet für den/ die Sonnenplätze. Bei mehreren Tieren im Terrarium solltest Du unbedingt auch mehrere Plätze zum sonnen einrichten, damit nicht ein dominantes Tier den Sonnenplatz permanent für sich beanspruchen kann.

Ich habe die besten Erfahrungen mit der Bright Sun von Lucky Reptile gemacht. Für das Endterrarium wirst Du eine 150W oder 2x 70W Dessert Spot Beam benötigen um die Temperaturen zu erreichen. Den Spot solltest Du mit einem Schutzkorb absichern, dieser dient dazu, dass deine Tiere sich nicht verbrennen können und als Blende.

Wenn Du 2 Spots benötigst, montiere sie beide auf derselben Seite des Terrariums, so entsteht ein natürliches Temperaturgefälle.

Die T5 Röhren gibt es ebenfalls mit UVB-Anteilen, bei einer Höhe von 1m erreicht aber nur noch ein sehr geringer Anteil den Boden des Terrariums. Sie dienen in erster Linie dazu das Terrarium auszuleuchten.

Ich empfehle Dir die T5 Röhren in einer Länge zu kaufen/ montieren, dass sie nicht über die gesamte Länge des Terrariums montiert sind, denn dann fällt es Dir leichter auch Schattige Bereiche zu schaffen.

Wichtig! Steuere Spots niemals über ein Thermostat, die Lampen werden das ständige an- & ausschalten nicht lange mitmachen, da sie sich ständig aufheizen und wieder abkühlen. Kaufe die Spots in der richtigen Wattstärke, dass Du sie für die Tageslänge durchgehend betreiben kannst.

Wichtig!

Verwende nie Gesichtsbräuner wie die Vitalux als UVB-Lampe! Leider wird sie immer noch auf vielen Webseiten und auch von Händlern für eine kurzzeitige Bestrahlung empfohlen, obwohl mittlerweile bekannt ist, dass sie für unzählige Augenschäden bei Reptilien verantwortlich ist.

Die Lampen steuerst Du am besten über eine Zeitschaltuhr. Die Tageslänge in Australien schwankt im Jahresverlauf zwischen 10 & 14 Stunden.

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Pflege

Die Pflege selbst ist nicht sehr aufwändig.

Neben der Betriebs- und Funktionskontrolle der Technik musst Du regelmäßig Futter und Wasser bereit stellen, den Kot und Futterreste entfernen, das Terrarium übersprühen und die Gesundheit deiner Tiere kontrollieren.

 

Wasserwechsel

Bei gesunden Tieren bin ich nicht der Meinung, dass das Wasser jeden Tag gewechselt und die Wasserschale gereinigt werden muss. Jedoch sollte es natürlich immer sauber sein. Also wenn Du siehst, dass sich Futtertiere ertränkt haben, viel Bodensubstrat im Wasser ist oder ein Tier gebadet hat, dann solltest Du natürlich das Wasser wechseln und die Schale reinigen.

 

Kot entfernen

Da Reptilien ihren Urin eingedickt über die Kloake abgeben, ist es recht einfach Kot und Urin zu entfernen. Ein sogenannter Scooper eignet sich sehr gut um Kot auf dem Bodengrund zu entfernen.

Kot auf Einrichtungsgegenständen entfernst Du am besten in dem Du die Gegenstände aus dem Terrarium nimmst und gründlich unter Wasser mit einem Küchenschwamm abschrubbst.

 

Fütterung

Beschäftige Dich bitte wirklich umfangreich mit der Fütterung und den geeigneten Futterpflanzen. Vor allem die angebotene Futtermenge ist spätestens bei adulten Tieren ein Thema, das die Lebenserwartung Deiner Tiere maßgeblich beeinflusst. In der Terraristik sieht man leider immer noch sehr oft total überfütterte und verfettete Tiere, was mit einer artgerechten Haltung einfach nicht vereinbar ist!! Reptilien benötigen weit weniger Futter als z.B. Säugetiere, da sie keine Energie für das regulieren ihrer Körpertemperatur aufbringen müssen. Grundsätzlich gilt hier “weniger ist mehr“

Wie bereits erwähnt ist P. vitticeps omnivor, ernährt sich also von tierischer wie auch pflanzlicher Nahrung, wobei Jungtiere einen höheren Anteil an tierischem Protein (80%) als adulte Tiere (20%) benötigen.

Jungtieren solltest Du aber trotzdem von Anfang an pflanzliche Nahrung anbieten.  Je älter die Tiere werden desto größer sollte der Anteil an pflanzlicher Nahrung werden. Dabei ist es im Normalfall so, dass sie die tierische Kost weiter annehmen werden wenn Du sie anbietest.

 

Futterintervalle von Insekten (tierischem Protein):

  • Babys die ersten 2-3 Monate täglich füttern
  • Halbwüchsige Tiere etwa alle 2 Tage
  • Ausgewachsene Tiere etwa alle 3 Tage

 

Geeignete Futtertiere:

Am besten eignen sich Heuschrecken, Grillen und Schaben in geeigneter Größe als Futtertiere. Das die Insekten zu groß sind erkennst Du daran, dass sich die Tiere sichtlich schwer beim erbeuten und fressen tun.

Gerade Schaben sind sehr gute Futtertiere, da sie Allesfresser sind und Du sie vor dem Verfüttern optimal anfüttern kannst.

Generell gilt für Futterinsekten, dass Du sie nie gleich nach dem Kauf verfüttern solltest. Oft haben sie während sie transportiert oder im Regal stehen keinen Zugang zu Futter und sind dementsprechend sehr arm an Nährstoffen.

Am besten besorgst Du dir eine Faunabox und fütterst die Insekten ein paar Tage, damit sie voller Nährstoffe sind wenn Du sie an Deine Tiere verfütterst.

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Auf das Verfüttern von Larven wie Mehlwürmern, Zophobas und Co. solltest Du verzichten, da sie einen sehr hohen Fettgehalt haben.

Pflanzliches Futter

Beim pflanzlichen Futter kommt es, meiner Erfahrung nach, weniger auf die Futtermenge als auf die angebotenen Futterpflanzen an. P. vitticeps ernährt sich in der Natur vor allem von proteinarmen Pflanzen(teilen) die dafür einen hohen Rohfaseranteil haben. Wald und Wiesenkräuter eigenen sich gut als Futter, auf Obst oder Gemüse solltest du weitgehend verzichten und wenn überhaupt nur sehr selten als „Leckerli“ anbieten.

Für den Winter kannst Du die Wald und Wiesenkräuter im Sommer sammeln und trocknen. Wenn Du dafür keinen Platz hast wirst du auf Grünfutter aus dem Supermarkt zurückgreifen müssen, dabei solltest Du ebenfalls Sorten bevorzugen die einen hohen Rohfaseranteil haben und vor allem die äußeren Blätter verfüttern. Um den Rohfaseranteil zu erhöhen kannst du zusätzlich hochwertiges Heu zufüttern.

Eine sehr umfangreiche Liste mit geeigneten Futterpflanzen findest Du hier

Frischfutter das nicht gefressen wurde solltest Du abends wieder aus dem Terrarium nehmen.

 

Zusatzpräparate

Zusätzlich zum Futter musst Du Kalzium bereitstellen. Das kannst Du in Form von Sepiaschale oder von Kalziumpulver machen.

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Hier findest Du Kalziumpulver 225g für € 7,55,-

Damit die Tiere es auch wirklich aufnehmen kannst Du 2x pro Woche eine Messerspitze Kalziumpulver über das Frischfutter streuen.

Achtung! Trächtige Weibchen haben einen erhöhten Bedarf an Kalzium.

Ein Vitaminpräparat ist meiner Meinung nach nicht erforderlich wenn die Tiere mit UVB-Strahlung versorgt werden, Futterinsekten abwechslungsreich und hochwertig ernährt werden und das Frischfutter ebenfalls Abwechslungsreich und von guter Qualität ist.

Eine Überversorgung mit Vitaminen kann genauso schädlich sein wie ein Mangel!

Winterruhe

P. vitticeps hält wie alle Pogonaarten eine etwa 2 monatige Winterruhe. Dabei darfst Du diese Winterruhe nicht mit einem Winterschlaf oder einer Winterstarre verwechseln. P. vitticeps schläft während der Winterruhe nicht die ganze Zeit. Es ist ganz normal, dass die Tiere zwischendurch trinken oder ein wenig umherwandern. Darum muss für diese Zeit immer sauberes Wasser bereit stehen.

Kotprobe

Um  sicher zu gehen, dass deine Tiere in Winterruhe gehen können, solltest Du eine Kotprobe der Tiere auf Parasiten untersuchen lassen, denn nur gesunde Tiere sollten in Winterruhe geschickt werden. Das machst Du am besten bereits im Herbst, dass die Tiere im Falle eines Parasitenbefalls noch vor der Winterruhe behandelt werden können.

Hier erfährst Du mehr zum Thema Kotprobe

Ist die Probe negativ steht einer Winterruhe nichts mehr im Wege. Um diese einzuleiten beginnst Du damit schrittweise die Beleuchtungsdauer und die Temperatur im Terrarium zu reduzieren. Als optimal hat sich bei mir ein schrittweises reduzieren über 10 Tage bewährt. Zu diesem Zeitpunkt stellst Du die Fütterungen ein.

Beginne damit die Tageslänge schrittweise auf 10 Stunden zu verringern. Nach etwa 5 Tagen reduzierst Du die Beleuchtung (ausschalten der Leuchtstoffröhre) nach 7 Tagen dann einen Wärmespot, wenn Du 2 in Betrieb hast. Optional kannst Du auch die letzten 3 Tage einen schwächeren Spot einsetzen. Bartagamen Haltung

Du kannst die Tiere zu diesem Zeitpunkt in lauwarmen Wasser baden. Das dient dazu die Tiere zum koten zu bringen um den Darm zu entleeren, ist aber nicht zwingend notwendig.

Nach den 3 Tagen gehen die Tiere meistens von selber in die Winterruhe. Sollten sie noch teilweise aktiv sein, kannst Du den Spot für 2-3 Stunden täglich einschalten bis sie wirklich in Winterruhe sind, damit sich die Tiere aufwärmen können solange sie noch wach sind.

Die optimalen Temperaturen  für die Winterruhe liegen zwischen 15°C und 18°C, sind die Temperaturen höher gehen die Tiere oft nicht in Winterruhe. Erreichst Du die Temperaturen im Raum in dem das Terrarium steht nicht, solltest Du ein kleineres Terrarium in einem kühleren Raum aufstellen. Bartagamen Haltung

Während der Winterruhe solltest Du regelmäßige Sichtkontrollen durchführen und dabei vor allem darauf achten, dass die Kloake der Tiere sauber ist und sie nicht massiv an Gewicht verlieren.

Sobald die Tiere wieder beginnen aktiver zu werden, fährst Du das Terrarium wieder schrittweise über mehrere Tage hoch. Bartagamen Haltung

Füttere am Anfang noch in kleinen Mengen und steigere auch diese nur schrittweise, denn auch die Körperfunktionen inklusive der Verdauung fahren langsam wieder hoch auf Normalbetrieb.

Balz & Paarung

Nach der Winterruhe beginnt bei P. vitticeps die Paarungszeit.

Das Männchen beginnt um das Weibchen zu werben indem es seinen Bart abspreizt und mit dem Kopf nickt. Das Nicken wird oft durch Bewegungen mit dem Körper verstärkt.

Das Weibchen versucht sich dann entweder mit beschwichtigendem Winken zu entziehen  oder signalisiert seine Bereitschaft zur Paarung. Bartagamen Haltung

Ist das Weibchen zur Paarung bereit, bringt sich das Männchen in Position und beißt dem Weibchen in den Nacken.

Die Paarung dauert etwa eine Minute. Bartagamen Haltung

Achtung! Bei paarweiser Haltung oder einem sehr aktiven Männchen können Weibchen in dieser Zeit massiv unter Stress stehen. Wenn Du bemerkst, dass das Männchen dem Weibchen stark zusetzt dann solltest Du die Tiere für ein paar Tage trennen.

 

Trächtigkeit & Eiablage

Die Zeit zur Entwicklung der Eier dauer zwischen 3 & 7 Wochen. In dieser Zeit braucht das Weibchen eine hochwertige Ernährung und genügend Kalzium. Eine Schale mit zerkleinertem Sepia sollte in dieser Zeit immer zur Verfügung stehen.

Die Weibchen fressen während sie trächtig sind weit mehr als normal und diesem Bedürfnis musst Du auch nachkommen.

Bartagame Haltung

Für die Eiablage braucht das Weibchen eine Substratstärke von mindestens 20cm und das Substrat sollte immer leicht feucht sein. Findet das Weibchen so eine Stelle vor, wird es sie in den meisten Fällen auch zur Eiablage nutzen.

Es gräbt dort einen Tunnel und legt in diesem ihre Eier ab. Während der Eiablage solltest Du jede Störung vermeiden.

Wenn das Weibchen den Tunnel wieder zugeschüttet hat, kümmert sich das Weibchen nicht weiter um das Gelege.

 

Inkubation der Eier 

Du solltest die Eier noch mehrere Stunden aushärten lassen und kannst sie danach vorsichtig ausgraben, in eine Schale mit Brutsubstrat geben und in einen Inkubator überführen. Die Eier dürfen dabei nicht gedreht werden.

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Meiner Erfahrung nach sind diese Inkubatoren sehr zuverlässig. Alles was sonst noch so angeboten wird, vor allem die „Mini-Kühlschränke“ die sowohl heizen wie auch kühlen können sind qualitativ unter aller Sau. Die eingestellten Temperaturen schwanken um mehrere Grad und nach ein paar Monaten sind sie meist koplett hinüber. Wenn ein Profigerät, dann ein richtiges. Das kostet allerdings mehrere tausend Euro.

Das Brutsubstrat muss immer feucht gehalten werden, sollte aber nicht nass sein. Inkubiert werden die Eier am besten bei etwa 28°C. Die Box mit den Eiern solltest Du regelmäßig kontrollieren und kaputte Eier entfernen.

Die Jungtiere schlüpfen nach 50-80 Tagen.

Achtung!

Weibchen können mehrmals pro Jahr Gelege mit 30 Eiern, teils mehr legen. Dementsprechend ist das Angebot an Jungtieren sehr groß und Du solltest Dir überlegen ob Du die Eier wirklich ausbrüten solltest. Wenn Du das möchtest dann solltest Du dich rechtzeitig nach Abnehmern umsehen.

Außerdem solltest Du nur Eier von genetisch einwandfreien Tieren inkubieren und Eier von sehr kleinen Tieren oder solchen mit genetischen Defekten entsorgen.

Wenn Du dich dazu entschließt die Eier zu entsorgen, dann solltest Du sie ein paar Tage einfrieren bevor Du sie wegwirfst.

 

Schlusswort

Wie ich bereits Anfangs erwähnt habe, bin ich nicht der Meinung, dass Bartagamen Anfängertiere sind. Bei artgerechter Haltung sind es aber sehr interessante Tiere, die Dir viel Freude bereiten werden, wenn Du dich dazu entschließt sie zu halten.

 

Weiterführende Literatur:

 

Bartagamen Haltung

 

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About Martin

Ich halte und züchte seit 16 Jahren (Stand 2020) Reptilien. Dabei habe ich die unterschiedlichsten Arten gepflegt und konnte mir durch meine mehrjährige Tätigkeit im Zoofachhandel Kenntnisse zu etlichen Produkten und Herstellern aneignen. Auf dieser Webseite möchte ich mein Wissen mit Dir teilen und Dir dabei helfen deine Pfleglinge so artgerecht wie möglich zu halten.

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